Schon 50 g Wurst erhöhen Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs drastisch
von Dr. M. Hahn-Hübner
Fleisch und Wurst gehören mittlerweile für viele Menschen so selbstverständlich zu ihrer täglichen Ernährung, dass wir die Auswüchse in den letzten Wochen wieder einmal zu spüren bekommen haben: Das gesteigerte Bedürfnis führt zu Massentierhaltung, daraus resultieren dann Belastungen des Fleisches und Besiedelung der Nahrung mit Bakterien.
Die einfache Lösung: Fleisch muss wieder zur Sonntagsspeise werden - davon würde, je nach Fleischsorte, die Sie überwiegend zu sich nehmen, nicht nur das Tier profitieren, dass so nicht mehr in Rekordzeit gemästet werden würde, sondern langsam und unter besseren Bedingungen wachsen dürfte. Vielmehr können Sie sich durch den Verzicht auf Fleisch vor einer der gefährlichsten Krebserkrankungen schützen: Vor Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Diese Krebsart ist so bedrohlich, weil sie lange Zeit keine Symptome und Beschwerden verursacht. Daher ist es kaum möglich, sie erfolgreich zu therapieren, weil sie häufig viel zu spät entdeckt wird. Von den über 13.000 Menschen, die in jedem Jahr alleine in Deutschland an dieser Krankheit neu erkranken, sterben innerhalb eines Jahres nach Diagnosestellung 80 Prozent.
Als Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs gelten deutlich zu hohes Gewicht und Rauchen. Rotes Fleisch stand ebenfalls schon länger im Verdacht, zu der Entstehung dieser Krebsart beizutragen. In wie weit es aber das Risiko erhöht, war bisher unbekannt. Nun haben Forscher vom Karolinska Institut in Stockholm elf Studien mit über 6.600 Patienten ausgewertet. In dieser so genannten Meta-Studie fanden sie heraus, dass schon relativ geringe Mengen Wurst oder Fleisch sich auf die Entstehung des Bauchspeicheldrüsenkrebses auswirken.
Die Forscher entdeckten, dass schon ein Verzehr von 50 Gramm Wurst pro Tag das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, um fast zwanzig Prozent erhöht. 50 Gramm Wurst oder auch Speck - wie viel ist das genau? Stellen Sie sich vor, Sie essen ein Rührei mit Bauchspeck, dann sind dies zwei Scheiben Frühstücksspeck. Bei normalem Aufschnitt sind es ebenfalls zwei, je nach Dicke auch drei Scheiben Wurst.
Das Gefährliche: Das Risiko steigt stark an, je mehr Wurst Sie verzehren. Alleine aus diesem Grund fordern die Wissenschaftler des Karolinska Institut, Wurst und rotes Fleisch nur sparsam zu verzehren, um die Entstehung dieser gefährlichen Krebsart so gut wie möglich zu verhindern.
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